Unser Alltag: Luna und Erik

Zweiffellos, unsere Hoppel-Freunde aus Celle sind vielbeschäftigte, hart arbeitende Businessleute. Der Erik hat so gar zwei Gewerbe, um die er sich kümmern muss. An der örtlichen Situation hat sich leider nicht viel geändert. Beide operieren von zu Hause aus. Das ist mitunter sehr anstrengend, denn die Family ist ja auch noch da und beansprucht Platz im Haus, den man auch gut anderweitig verwenden könnte. Immerhin ist die Luna mit ihrer Reiseagentur inzwischen in ein eigenes Büro im ersten Stock gezogen. Dort kann sie auch spät abends noch ungestört arbeiten, ohne dass im Hintergrund ein Fernseher dudelt.
 

 

Wenn Kunden an der Tür klingeln, wäre es allerdings einfacher, wenn sie nicht extra die Treppe hochkraxeln müssten. Man bedenke, gelegentlich sind  ältere Ziegenböcke daruter, denen es an der Hüfte kneift, oder die Kundschaft ist generell von kleiner Statur, eventuell sogar ohne Füße, und braucht daher länger, um die Stufen zu erklimmen. Schließlich findet es nicht jeder angemessen, von seiner Reiseberaterin gefragt zu werden, ob es okay sei, dass sie mal eben zupacke und die Kundschaft nach oben trage. 

 


Aber von solchen Oberflächlichkeiten abgesehen, läuft Lunas Geschäft mit erfreulicher Präzision. Die Luna ist, glaube ich, finanziell ganz gut aufgestellt. Uns kann es nur freuen, denn so kommt immer frischer Nachschub in die Reisekasse. Und dass sie es trotz aller Arbeit immer wieder schafft, sich die Zeit zu nehmen, um mit uns, ihren Freunden, auf Reisen zu gehen, ist nicht nur schön, sondern auch ein Kompliment an uns als angenehme Begleitung. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Was den Erik betrifft, läuft es leider nicht ganz so rund. Sein Business ist räumlich noch immer im heimischen Wohnzimmer verortet. Ein klein wenig mehr Platz wäre wünschenswert. Der Erik ist diesbezüglich auch schon aktiv geworden, hat der Family geraten, mit dem Fernseher und der Couchgarnitur ins Esszimmer zu ziehen, doch da noch immer alles am selben Platz steht wie vor Jahren, nehme ich an, dass der Vorschlag abgelehnt wurde. Man muss es so sagen: Manche Halter sind stur. Statt sich zu freuen, dass wir, ihre Tiere, auf eigenen Beinen stehen, sitzen sie einem im Weg herum. 
 

 

Für die Kundenbetreuung bei den Push-Pullovern hat der Erik eine kleine Garderobe eingerichtet. Sie ist mit einem Vorhang vom Wohnzimmer abgetrennt. In der Anfangszeit, als die Push-Pullover frisch auf den Markt kamen, lief das meiste noch rein über die Online-Bestellung. Inzwischen hat die Praxis aber gezeigt, dass viele Kunden sich lieber vor Ort entscheiden möchten. Ihnen ist es wichtig, das Material zu prüfen oder mehrere Optionen auszuprobieren. Dabei hat der Erik im Laufe der Zeit tolle Fähigkeiten entwickelt. Er ist inzwischen ein erstklassiger Verkäufer geworden. Er weiß, wo er ansetzen muss, um jeden Interessenten dort einzufangen, wo er sterblich ist. Mehrmals konnte ich mich selbst davon überzeugen. Es ist beeindruckend.
 


Auch der Vertrieb vom Öhry-Möhry-Likör gestaltet sich sehr positiv. Besonders die Wochenend-Verköstigungen sind sehr beliebt. Hier muss der Erik nach wie vor in Schichten arbeiten, um möglichst viele Kunden unterzubringen. Mit seinen Stehtischchen ist er inzwischen in den Keller gezogen - allerdings nicht ganz freiwillig. Hier kommt die Kundschaft durch den Garten und die Kellertür ins Haus. Man hört oben nicht so doll, wenn gegrölt wird, wenn Gläser an die Wand krachen oder der Ganter vom Ökohof in Wathlingen dröhnend zu Boden geht. Es hat keinen Sinn, hier etwas zu beschönigen: Manch einer unterschätzt die - im wahrsten Sinne des Wortes - umwerfende Wirkung des Likörs; andere lassen sich absichtlich gehen und schütten in sich hinein, was sie kriegen können. Die Zwischenfälle sind bisweilen so kritisch, dass der Erik einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat, um das Schlimmste zu verhindern. Gerade ist er dabei, sich im Abendkurs beim Flauschigen Dreieck zum Sanitäter ausbilden zu lassen. Gelöst wäre damit aber immer noch nicht das Problem mit den Nachbarn. Denn die finden es überhaupt nicht lustig, wenn jedes Wochenende angetüdelte Tiergruppen singend und lärmend an ihnen vorbeiziehen, ob sie nun von vorn kommen oder hinten am Garten langgehen. Armer Erik. Er muss laufend Pralinenschachteln und Theatergutscheine verteilen. Ich habe ihm geraten, sich irgendwo eine geeignete Lokalität zu mieten, wo all das kein Thema mehr wäre, doch das erlaubt die Family wieder nicht. Dass er sich zu Hause ungehindert entfalten kann, ist nicht drin, aber ihn ziehen zu lassen, das kommt genauso wenig in Frage. Da würde man den Erik ja schmerzlich vermissen! Mann, verstehe mal einer die Menschen. 
 
 
 
Wie beruhigend, dass der Erik in all dem Stress immer wieder Inseln der Erholung findet. Unsere Partys und gemeinsamen Unternehmungen scheinen ihm Entspannung zu bringen, wenn ihm auch das Reisen, insbesondere in die Ferne, so gar nicht liegt. Aber gut, jeder so, wie er mag und kann. Er hat ja noch sein Hobby, die Flying Hoppers. Dort ist er außerordentlich engagiert. Er fährt die Truppe mit seinem Pött-Pött-Pött zu Auftritten und springt auch mal als Trainer ein, wenn Kuno aus Boye verhindert ist. Viele nette Jungs und Mädels geben ihm Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden. Kürzllich hat er ihnen neue Trikots gesponsert. Ein neues Gruppenfoto für die Galerie war auch dabei. Preisfrage: Wer findet den Erik? Wo steht er?
 
 

 
Fortsetzung folgt.
 
Fotos. KI-generiert von ChatGpt. Verarbeitete Originalfortos von Luna und Erik: © K. R.
 
© Boff 

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